Geschichte und Entstehung

Geschichte und Entstehung der Jonglage

Die Jonglierkunst kann weltweit auf eine weitreichende Geschichte zurückblicken, insbesondere Europa, Japan, Indien und China besitzen in diesem Bereich eine lange Tradition. Die Herkunft des Wortes Jonglage ist allerdings nicht eindeutig geklärt, vermutet wird eine Herleitung von dem lateinischen Wort joculator, welches soviel wie "Hofnarr mit Ball" bedeutet.
Die Geschichte des Jonglierens lässt sich nicht eindeutig auf ein bestimmtes Volk zurückführen, bereits im alten Ägypten und bei den Azteken lassen sich Belege für die Ausführung der Jonglage finden. Die wohl ältesten Jonglier-Funde sind in China gefunden worden. Auch im Staat Neuseeland soll laut griechischen Terrakottascheiben aus der Antike die Kunst der Jonglage ausgeführt worden sein.

Die Jonglage in Europa

In Europa besitzt die Jonglage ihren Ursprung in Griechenland, dort wurde bereits in der Antike jongliert. In Italien war es zu Zeiten der Römer äußerst zeitgemäß Gaukler aus dem Orient zu importieren, die zumeist als Sklaven gehaltenen Männer jonglierten zur Belustigung des Volkes. Die Jonglage war jedoch nicht nur für Gaukler und Künstler vorbehalten, denn viele Offiziere und Bürger übten die Jonglage auch Zuhause aus. Einige Offiziere übten die Jonglage auch um ihre Truppen bei guter Laune zu halten.

Die Jonglage und der Kampf in China

In China und insbesondere Japan wurde die Jonglage nicht nur als Freizeitvertreib betrachtet, sie wurde vielmehr eingesetzt um die persönlichen Fähigkeiten in der Kampfkunst zu demonstrieren. Viele Kämpfer nutzten die Jonglage um ihre Stärke unter Beweis zu stellen, daher wurden angetragene Kämpfe des Öfteren nicht ausgetragen. In Japan und China existieren zahlreiche Legenden und Sagen um die Jonglage, so soll der Chinese Lan Zi aus der Provinz Song mit sieben Schwertern jongliert und damit eine große Anzahl von Gegnern verschreckt haben. Der Japaner Yi Liao konnte eine jahrelange Fehde zwischen zwei Familien durch seine Balljonglage beenden. Der Chinese Yiong Yiliao verhinderte einen Kampf zwischen den Provinzen Song und Chu, indem er mit neun Bällen jonglierte. Die Jonglage wurde jedoch nur vereinzelt zur Abschreckung genutzt, die meisten Asiaten benutzten auch andere Methoden und Tänze um ihre Gegner zu beeindrucken.

Die Jonglage im Mittelalter

Im Mittelalter war die Jonglage vor allem in Europa in Verruf geraten, viele Pfarrer und Kleriker vermuteten in der Jonglage Hexerei, die Bevölkerung betrachtete den Beruf des Jongleurs als nicht mehr begehrenswert. Jongleure besaßen jedoch schon zuvor ein schlechtes Ansehen, denn die Kunst wurde oftmals auch von Trickbetrügern, Dieben und Landstreichern ausgeübt. Im Laufe der Zeit traten Jongleure jedoch des Öfteren in Gasthäusern, auf Märkten oder bei Festen auf, die Blütezeit der Kunst fand im 6. Jahrhundert statt. Der Lohn der Jongleure im Mittelalter setzte sich durch Spenden zusammen, die Jongleure reichten nach der Vorstellung ihre Mützen oder Hüte herum.
Einige Historiker vermuten den Ursprung der Jonglage im 11. Jahrhundert, zu dieser Zeit sollen englische Spielleute und Minnesängermit die Jonglage erfunden haben. Zur Ausbildung und Übung wurden sogenannte Bruderschaften gegründet, welche das Wissen im Gegensatz zu den Landstreichern und Dieben weitergaben.

Die Entwicklung in Indien

Auch in Indien wurde die Jonglage bereits in den ersten Jahrhunderten ausgeübt, dort wurde die Jonglage des Öfteren mit sogenannten Devilsticks ausgeführt. Der Devilstick ist ein Holzstab, welcher sich zur Mitte in verdünnt, der Name bedeutet Teufelsstab. In Indien wurde die Jonglage zur Unterhaltung und zum Freizeitvertreib durchgeführt, vielerorts wurde die Jonglage in Verbindung mit indischen Tänzen aufgeführt, die Körper wurden mit der traditionellen Henna-Bemalung verziert.

Die Industrialisierung

Zu Zeiten der Industrialisierung eröffnete Philip Astley den ersten Zirkus, in diesem wurden von Anfang an Jongleure beschäftigt. Die Entstehung des Zirkus war für Jongleure die erste Möglichkeit eine feste Anstellung zu bekommen, vorher wanderten diese zumeist durch die Landschaft und übten die Jonglage als Nebenjob aus. Jongleure wurden später des Öfteren als Lückenfüller im Programm benutzt, musste ein Bühnenbild hinter geschlossenem Vorhang umgebaut werden, unterhielt der Jongleur in diesem Zeitraum das Publikum. Die Anstellung hatte den Vorteil, dass sich die Künstler nun ausschließlich auf die Jonglage konzentrieren konnten und andere Kunststücke wie das Feuerspucken oder das Schwertschlucken vernachlässigen konnten. Nachdem die Unterhaltungs- und Freizeitmöglichkeiten durch Fernsehen, Film, Computer und Radio wesentlich erweitert werden, verlor die Jonglage immer mehr an Bedeutung.

Die Bedeutung heute

Die Jonglage gilt heutzutage als Kunst, welche hoch angesehen ist. Die meisten Jongleure findet man im Zirkus vor, viele Personen üben die Jonglage als Freizeitbeschäftigung aus. Bei Veranstaltungen für Kinder werden des Öfteren Jongleure angeheuert, diese verkleiden sich oftmals als Clowns. Anzumerken ist der hohe Schwierigkeitsgrad der Jonglage, je nach Anzahl der Objekte und der Wurfhöhe setzt die Beherrschung der Jonglage ein Training über mehrere Jahre voraus. Erlernen kann man die Kunst als Angestellter im Zirkus, in Zirkusschulen oder in speziellen Kursen.

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